Aus der Geschichte des Teilortes Burgberg

Max Hummel

Den Namen erbte der Ort von der einstigen Ritterburg, welche an der Stelle des heutigen Schlosses stand. Die aus dem Hürbetal steil ansteigende Erhebung, auf der sie gebaut war, wurde in früher Zeit einfach der „Berg" genannt. Diese Bezeich­nung übertrug sich auf die ersten Bewohner dieser Anhöhe, sodass sie eben die „Ritter vom Berg" waren. Auch die frühere Burg trug den schlichten Namen „Berg" und wurde später (urkundlich erstmals 1425) „Burgbergk" benannt im Gegensatz zum Weiler Berg, der sich entlang der Hürbe gebildet hatte (1372 urkundlich erwähnt).

Noch heute kann man im Volksmund dieselbe Ortsbezeichnung entdecken, etwa wenn in umliegenden Ortschaften die hiesigen Bewohner einfach „Berger" oder „Bergamer" genannt werden, oder wenn gesagt wird: „Jetzt gang' mr' off Berga" (jetzt gehen wir nach Bergen, gemeint Burgberg),                         

Die Ritter von Berg

Vor 700 Jahren lebten auf der hiesigen Burg die Ritter von Berg. Sie gehörten dem niederen Adel an und waren Gefolgsleute der Markgrafen von Burgau. Vorüberge­hend standen sie auch im Dienste der Grafen von Helfenstein. Sie sind zwischen 1209 und 1390 urkundlich sehr häufig genannt, meist als Bürgen oder Zeugen (Konrad von Berg 1209, Bertold von Berg, Ott von Berg 1299). Rudolph von Berg ist im Jahre 1333 Vogt zu Lauingen und ein Konrad von Berg hat 1354 seinen Sitz in Bergenweiler.

 
Schloss Burgberg von Norden                       Schloss Burgberg von Westen
Zeichnung von Friedrich Schelling,             Zeichnung von Friedrich Schelling
29.9.1854                                                            28.6.1855

Die Vetzer auf Burgberg

Im 14. Jahrhundert (1328-1339) kommt das Rittergut Burgberg an die Grafen von Öttingen. Diese geben die Burg und alles was dazu gehört, den Vetzern und ande­ren Rittern zu Lehen (1344: Hans der Vetzer, 1383: Wilhelm Vetzer, 1400: Branthoh der Gräter, 1442: Peter von Laymberg). Die Mühle in Burgberg ist jedoch in dieser Zeit Eigentum des Hauses Wirtemberg.

Im Besitz der Grafeneck

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts erwerben die Herren von Grafeneck das Herr­schaftsgebiet mit der „Feste Burgberg". Die Grafeneck, die ihre Stammburg bei Münsingen schon im 14. Jahrhundert an die Grafen von Wirtemberg verloren hat­ten, bleiben nahezu drei Jahrhunderte im Besitz von Burgberg. Zunächst hat Sixtus von Grafeneck im Jahre 1445 seinen Sitz auf der benachbar­ten Kaltenburg. 1461 findet man Fritz von Grafeneck mit Schloss Burgberg belehnt. 1494 ist Ludwig von Grafeneck als „Herr zu Burgberg" genannt, während seine bei­den Brüder Wolf und Sixt auf der Kaltenburg residieren. Ein Sohn Ludwigs mit glei­chem Namen erwarb 1530 „Veste und Dorf Eglingen". Joachim Gottfried von Gra­feneck, welcher 1664 in den Grafenstand erhoben wurde, war „Herr uff Burgberg, Eglingen und Osterhoffen" sowie „fürstlich Neuburgischer Kämmerer". Als Ungarn im 17. Jahrhundert endgültig an die Habsburger fiel, wurde ein Grafeneck vom Kai­ser beauftragt, die Gesandten dieses Landes samt der ungarischen Krone beizuholen.

Während der Grafeneck'schen Epoche wurde aus der Burg allmählich ein Schloss, welches im 30-jährigen Krieg gründlich zerstört, danach jedoch im heutigen Stil wieder aufgebaut wurde. Nach der Bildkarte von 1591 zählte „Burckbergweiler" außer Schloss, Mühle und Kapelle etwa 20 Gebäude.

Unter den Grafen von Öttingen-Wallerstein

Im Jahre 1728 starb der letzte männliche Erbe der Grafeneck. Dadurch fiel Burg­berg wieder an das Haus Öttingen-Wallerstein. Die Mühle, welche schon immer dem Hause Württemberg gehörte, wurde nun der Gemeinde Hürben zugeteilt. In der Folgezeit wuchs die Bevölkerung stark an. Am Stettberg entstand die Wallerstein'sche Siedlung.

Im Jahre 1810 wurde Burgberg wie auch die umliegenden ritterschaftlichen Gebie­te dem Land Württemberg zugeteilt und kam damit zum Oberamt Heidenheim. Aus den einstigen Feudalherren wurden Gutsbesitzer, welchen nur noch geringfü­gige Vorrechte verblieben.

Im Jahre 1838 erwarb Freiherr Edmund von Linden das hiesige Schlossgut. Dieser war Rittmeister in Ulm und wurde später in den Grafenstand erhoben. Einer seiner fünf Söhne gründete das Lindenmuseum in Stuttgart. Die Grabstätten der Linden befinden sich in einem eigenen Hain auf dem Friedhof in Burgberg. 1936wurdedas Gut von Friedrich Wemmer erworben und 1957 an die Familie Weißenborn ver­kauft. Der heutige Besitzer heißt Badmann.

Kirchliche Verhältnisse

Die Bewohner Burgbergs gingen ursprünglich in Hürben und Hermaringen zur Kirche und wurden dort auch beerdigt. Als in diesen beiden württembergischen Orten um 1552 die Reformation eingeführt wurde, kam Burgberg zunächst zur Pfarrei St. Ulrich (Lontal), dann zum Klosterhof Lindenau und schließlich zur Pfarrei Niederstotzingen.

Im Jahre 1760 bekam Burgberg einen eigenen Kaplan, welcher im Schloss auch Schule hielt. Erst seit 1822 ist hier ein ständiger Pfarrer. Der eigene Friedhof be­steht seit 1814. Er wurde 1961 vergrößert. Das Pfarrhaus wurde im Jahre 1844 ge­baut, die erste Kirche in Backsteingotik 1852/53. Diese wurde im Jahre 1963 abge­brochen und an derselben Stelle ein moderner Neubau errichtet.  

Französische Ordensleute in Burgberg

Im Januar des Jahres 1797 wurden von der Wallerstein'schen Herrschaft 16 Ange­hörige des französischen Ordens der Solitarier ins Schloss Burgberg aufgenom­men. Im April folgten weitere 16, darunter auch Kinder. Dieser geistliche Orden „von der heiligen Einsamkeit aus Fontenelles" im Bistum Besancon wurde 1787 gegründet und im Zuge der französischen Revolution vertrieben. Die Mitglieder — Geistliche und Laien — waren an kein Gelübde gebun­den. Sie ernährten sich vegetarisch. Sie widmeten sich der Unterrichtung der Ju­gend und hielten Exerzitien ab. Aufsehen erregte in Burgberg der Beitritt eines ortsansässigen Mädchens namens Ludwig zu dieser Gemeinschaft. Nach dem Durchzug der Revolutionsheere wurde im Frühjahr 1800 die Station von den Mit­gliedern des Ordens, denen man vorbildliches Verhalten bescheinigte, wieder auf­gegeben.

Die Schule

Im Jahre 1776 wurde in Burgberg vom fürstlichen Hause Öttingen-Wallerstein der erste Schulmeister angestellt. Er hieß Johann Georg Adamer und war auch Musi­ker. Als solcher spielte er bei Hochzeiten in Burgberg und den Nachbarorten auf. Dieser hielt Winterschule zuerst im Schloss und seit 1820 in einem Haus neben der St. Veith's-Kapelle bei der Mühle.

Erst 1839 wurde nach langem Hin und Her das erste Schul- und Rathaus gebaut (das heutige Rathaus). 1892 kam das „Rote Schulhaus" (heute Schulküche) und 1912 das obere Schulhaus mit dem Kindergarten hinzu. Endlich 1956 wurde das heutige „Neue Schulhaus" mit 7 Klassenräumen gebaut und 1960 ein Rektorat errichtet.

Im Jahre 1868 kamen drei Lehrschwestern für die damalige Mädchenschule, die Industrieschule und die Kleinkinderschule aus dem Kloster Sießen bei Saulgau nach Burgberg. Diese eifrigen und selbstlosen Ordensleute haben sehr viel in der Gemeinde geleistet und sind heute noch sehr geschätzt, Im Jahre 1811 zählte man 82 Schulkinder (1 Lehrer). 1834 waren es schon 176 Schüler (2 Lehrer). 1946 zählte man 350 Schüler (4 Lehrer), 1961 wurden 241 Schüler von 7 Lehrern unterrichtet.

Heute sind es 280 Schüler in 9 Klassen. Die Hauptschule wird gemeinsam mit Her­maringen geführt. Im Schulentwicklungsplan sind die Hauptschüler beider Orte der Schule in Giengen zugeteilt. Sie sollen dort aufgenommen werden, sobald die entsprechenden Räumlichkeiten zur Verfügung stehen.

Die Entstehung des Dorfes Burgberg

Wie aus dem „Freyungsbrief" des Grafen Eberhard III. von Württemberg aus dem Jahre 1400 hervorgeht, bestand Burgberg damals nur aus der „Vestin und der Müh­le darunter", während 30 Jahre vorher von „Wilerberg" (Weiler Berg) und der „Burg" die Rede ist. Aus einer Verkaufsurkunde von 1442 ist zu entnehmen, dass zu diesem Weiler außer der Mühle noch ein Hof, je eine halbe Hube und vier „Seiden" (kleine Söldnergüter) gehörten.

Der Weiler Burgberg

Im Jahre 1463 erteilte Kaiser Friedrich III. dem Georg von Grafeneck das Asylrecht für Burgberg. Dies brachte aber keine merkliche Zunahme der Bevölkerung, denn bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts war der „Fleckh Burgkberg" kaum größer gewor­den. Auch die Erneuerung des Privilegs im Jahre 1670 hatte keine nennenswerte Vergrößerung des Weilers zur Folge. Als wesentliches Dokument des Jahres 1591 zeugt die Rehlinsche Bildkarte des Heidenheimer Forstes vom damaligen Ausse­hen des Schlosses Burgberg und des darunter liegenden Weilers. Neben den weni­gen und dürftigen Söldner- und Taglöhnerhäuschen zu beiden Seiten der Hürbe ist dort auch die Kapelle bei der Mühle zu erkennen. Diese ist um 1630 in den Wirren des 30jährigen Krieges vermutlich zusammen mit dem Schloss abgebrannt und erst im Jahre 1710 von den Grafeneckschen Vasallen wieder aufgebaut worden.

 
   Ausschnitt aus der Rehlinschen Forstkarte von 1591  
  (Original im Germa­nischen Nationalmuseum in Nürnberg)

Man darf annehmen, dass im 16. und 17. Jahrhundert die Ortsteile „Bach" und „Wei­ler" bereits zu einer kleinen dörflichen Gemeinschaft unter dem Schutz der adeli­gen Schlossherrschaft zusammengewachsen waren. Äußerlich finden wir die bei­den Ansiedlungen links und rechts der Hürbe zunächst nur durch den „Steg" und eine Furt verbunden. Der gemeinsame Name war Oberberg im Gegensatz zu Unterberg, dem heutigen Bergenweiler. Die niedere Gerichtsbarkeit über die „Untertanen" stand dem jeweiligen Schlossherrn zu, während die hohe Gerichtsbar­keit über Dorf und Etter wenigstens zeitweise von Württemberg ausgeübt wurde.

Die Wallersteinsche Siedlung

Noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts zählte man in Burgberg außer dem Schlosse nur eine Mühle, vier Söldnerstellen und 15 Taglöhnerfamilien. Erst nach der Über­nahme durch das fürstliche Haus Öttingen-Wallerstein im Jahre 1728 stieg die Ein­wohnerzahl sehr rasch an. Offenbar hatte die neue Herrschaft großes Interesse da­ran, Leute in ihrem Gebiet anzusiedeln. Dadurch wurden die Erträgnisse gestei­gert, denn jeder Siedler hatte entsprechende Abgaben zu entrichten. Sicherlich haben aber auch menschenfreundliche Regungen mitgespielt. Auf jeden Fall erhielten damals zahlreiche Familien von der neuen Herrschaft die Erlaubnis, sich am Südhang des Stettbergs anzusiedeln. Es entstanden zunächst die heutigen Ortsteile „Am Wasser" und „Winkel", welche als „Wallersteinsche Siedlung" be­zeichnet wurden und abseits des bereits bestehenden Weilers tagen. Die Kolonisten erhielten meist nur wenige Quadratmeter Boden zugewiesen, wel­che gerade ausreichten, ein kleines Wohnhäuschen zu errichten. An Gefallen wa­ren hierfür jährlich 5 Gulden und 5 Kreuzer an die Schutzherrschaft zu zahlen. Woll­te einer der Untertanen in damaliger Zeit heiraten, so musste erein bestimmtes Ein­kommen sowie Besitz im Werte von 200 Gulden nachweisen. Über den Wallersteinschen Vogt zu Neresheim war dann die Genehmigung beim Fürsten einzuho­len. Die neue Herrschaft bestand jedoch nicht sehr streng auf die Vorlage dieser Nachweise und sparte nicht mit der Erteilung der Heiratserlaubnis. Als Beruf wurde nicht selten der Titel „Freikunst" anerkannt, worunter man die Fertigung und Instandsetzung nicht handwerklich gebundener Gegenstände verstand. Die neue Siedlung wuchs zusehends und breitete sich am

„unteren und oberen Stettberg" weiter aus. Im Jahre 1841 zählte man in Burgberg 143 Wohnhäuser sowie 233 Fa­milien mit 561 erwachsenen Personen und rund 150 Kindern. In der Oberamtsbe­schreibung von 1844 wird Burgberg ein „freundlicher und reinlicher Ort" genannt. Die „artigen Häuschen des Stehbergs" waren fast alle aus Stein gebaut und mit Zie­geln gedeckt, was um diese Zeit durchaus keine Selbstverständlichkeit gewesen sein dürfte.

Wohl wurden auf diese Weise im 18. Jahrhundert für zahlreiche Menschen Sied­lungsmöglichkeiten geschaffen; diesen Ansiedlern jedoch Arbeit und Verdienst zu geben, lag offenbar nicht in der Macht des Schutzherrn. Die Not war groß, zumal es damals noch nicht die sozialen Einrichtungen gab, die heute selbstverständlich sind. Entsprechend anspruchlos und dürftig war die Ernährung und die gesamte Lebensweise.

Die kleine Ortsmarkung (364 ha) hat ihren Bewohnern kaum Entwicklungsmög­lichkeiten geboten. Nur zwei eigentliche Bauern werden nach einer Zählung im Jahr 1841 neben dem Schlossgut genannt. 28 Personen waren im Feldbau tätig. Hinzu kamen 39 Taglöhner und 3 Fuhrleute. 25 arbeiteten als Handwerker. Aus­wärts im Dienst standen 74 Personen. 357 Personen trieben Hausierhandel, meist mit selbst gefertigten Erzeugnissen. So gab es in dieser Zeit 110 Korbmacher und Strohbodenflechter sowie 70 Stickerinnen. Auch wurden Bürsten, Rechen, Löffel, Siebe und Besen selbst gefertigt. Sticken und die sogenannte Doppelspinnerei wurden in einer „Industrieschule" erlernt, um deren Einrichtung sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts vor allem der dortige Pfarrer Johler bemüht hatte. Das Korb­machen hatte schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein Gewerbelehrer namens Hartmann eingeführt.

 

 Ausschnitt aus der Flurkarte des Landesvermessungsamts Stuttgart von 1830

Um das Jahr 1875 hatte der Musiker Franz Heidler eine Bauerntochter aus Wald-mössingen im Schwarzwald geheiratet. Da ihr Mann bei Hochzeiten in der Umge­bung Burgbergs spielte, wurde sie mit verschiedenen Persönlichkeiten bekannt, so auch mit Margarete Steiff und der Familie des Kommerzienrates Hähnle in Gieri­gen. Von Haus aus mit Flechtarbeit vertraut, ließ sie sich Filzreste liefern, schnitt da­raus Streifen, flocht diese über einen Schusterleisten und entwickelte auf diese Weise die Herstellung der sogenannten Endschuhe. Diese warmen mit Watte aus­gepolsterten Hausschuhe wurden in Burgberg zu Tausenden hergestellt und wa­ren noch nach dem zweiten Weltkrieg sehr begehrt. Ein fleißiger Heimarbeiter konnte pro Tag 8 bis 10 Paare dieser Endschuhe anferti­gen und kam damit um die Jahrhundertwende immerhin auf einen Tagesverdienst von einer Mark, während ein Arbeiter der Filzfabrik 1,25 Mark und ein Holzhauer 1.80 Mark als Taglohn hatte.
      Burgberg aus der Vogelperspektive im Jahr 1927

Die hiesigen Musikanten, welche bei Festlichkeiten in der näheren und weiteren Umgebung aufspielten, übten diese Tätigkeit damals als einzigen Erwerbszweig aus. Von der Not getrieben wanderten im vergangenen Jahrhundert rund 100 Per­sonen aus. Im Jahre 1852 konnten 70 Auswanderer mit staatlicher Hilfe nach Ame­rika übersiedeln.

Die Bevölkerung Burgbergs war im letzten Jahrhundert auf etwa 1000 Einwohner angestiegen. Diese Zahl änderte sich bis zu Beginn unseres Jahrhunderts im we­sentlichen nicht. Erst nach dem ersten Weltkrieg begann ein neues Anwachsen- Im Jahre 1933 zählte man 1307 und 1950 waren es bereits 1749 Ortsansässige. Der großen Wohnungsnot konnte in den letzten 25 Jahren entscheidend abgeholfen werden. Neben verschiedenen Erweiterungsbauten wurden mehr als 150 neue zum Teil zweigeschossige Wohngebäude errichtet, so dass ganz neue Ortsteile entstanden sind.

Gewisse Gegensätze zwischen den Alteingesessenen im Weiler und den Siedlern am Stettberg glichen sich in den letzten Jahrzehnten weithin aus. Im Jahre 1927 konnte schließlich auch die kommunale Vereinigung von Schloss und Gemeinde vollzogen werden. So ist Burgberg erst in unserem Jahrhundert eine geschlossene Ortschaft mit einheitlicher Verwaltung geworden. Nur wenige kleinere Gewerbe- und Industriebetriebe konnten sich in neuerer Zeit ansiedeln. Die Jura-Mineralmühle mit etwa 30 Beschäftigten stellt seit 1948 Terrazzo-Kernungen und Schotter her. Sie wurde im Jahre 1974 von der Firma Omya übernommen. Seit 1964 entwickelt sich der Holzbau-Betrieb Lehner, welcher Fer­tighäuser herstellt. Die Firma Doll mit 18 Beschäftigten fertigt Berufskleidung an. Der überwiegende Teil der Bevölkerung hat in neuerer Zeit Arbeit in den größeren Betrieben des Raumes Giengen, Hermaringen, Herbrechtingen und Heidenheim gefunden


Ansicht von Westen

 
Blick auf Schloss Burgberg

Reges Vereinsleben

Um das kulturelle Leben bemühen sich in Burgberg mehr als 20 Vereine. Die Burg­berger sind bekannt als gute Musiker, Theaterspieler und Fußballer, Diel. Mannschaft des Fußballvereins (gegründet 1919) spielte von 1950 bis 1959 in der II. Amateurliga. Der rührigen Vereinsleitung gelang es mehrmals, namhafte Mannschaften zu Vereinsjubiläen nach Burgberg zu verpflichten. So spielte 1939 Schwaben Augsburg mit Nationalspieler Ernst Lehner auf dem Stettberg. 1956 gastierte der deutsche Fußballmeister 1. FC Kaiserslautern 2 Tage in Burgberg mit 5 Spielern aus der damaligen Weltmeisterelf: Eckel, Kohlmayer, Liebrich, Ottmar und Fritz Walter. Das Spiel gegen eine Brenztalauswahl endete 10:1.1959 spielte der Deutsche Meister Rotweiß Essen mit Helmut Rahn und 1969 Europapokalsie­ger Bayern München mit Franz Beckenbauer, Sepp Maier, Gerd Müller und weite­ren Nationalspielern auf dem Stettberg.

Die Gesang- und Theatervereinigung hat sich vor allem mit ihren Theater-Auffüh­rungen weit über Burgberg hinaus einen Namen gemacht. In den letzten Jahren wurden mehrmals in der neuen Turn- und Festhalle in Zusammenarbeit mit der Mu­sikschule Giengen Operetten aufgeführt.

Die älteste Tradition in Burgberg hat die Pflege der Volksmusik zu verzeichnen. Die erste Kapelle wurde 1827 gegründet. Die Musikerfamilien Heidler und Bucherstell­ten die Führungskräfte, Als erster Verein des Kreises erhielten die Burgberger die Pro-musica-Plakette des Bundespräsidenten im Jahre 1970.

  

Die jährlichen Theateraufführungen in Burgberg               Turn- und Festhalle. Fertiggestellt 1974
gehören zu den kulturellen Höhepunkten

 

Teilort von Giengen

Im Jahre 1972 wurde Burgberg im Zuge der Verwaltungsreform zusammen mit Hürben, Hohenmemmingen und Sachsenhausen nach Giengen eingemeindet.Bald darauf wurde mit dem Neubau der Turn- und Festhalle an der Friedhofstraße begonnen (fertiggestellt 1974).  
Kurz vor der
Eingemeindung hatte die Gemeinde ein neues Kindergartengebäude
für 3 Gruppen erstellt (1971).  
Mögen da und dort noch gewisse Vorurteile anzutreffen sein, das eine steht fest: Weitaus der größte Teil der hiesigen Bewohner hat sich bemüht, der großen Not in den vergangenen Jahrhunderten zu trotzen und nach Arbeit und Verdienstmög­lichkeiten sich umzusehen. Als sich allmählich durch die entstehenden Industrie­gebiete in Giengen und Heidenheim immer mehr Arbeitsmöglichkeiten boten, be­warben sich die hiesigen Bewohner um diese Stellen und scheuten sich nicht, den weiten Weg zur Arbeitsstätte teils zu Fuß, teils mit dem Fahrrad zurückzulegen.
Die neuzeitlichen Verkehrsverhältnisse kamen diesem Aufwärtsstreben entgegen, so dass heute jeder seiner geregelten Tätigkeit nachgehen kann, und aus dem Ort eine typische Arbeiterwohngemeinde geworden ist. Der wirtschaftliche Aufstieg der Bevölkerung wie auch der Gemeinde ist dank des Fleißes und Vorwärtsstrebens aller Bewohner anderswo kaum so deutlich zu spüren wie gerade in Burgberg.

Einwohnerzahl zum 31.12.2000 = 1862

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