Alte Mühle
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Günter
Danzer
In einem stillen Grunde, Da wollt der Bach nicht
fließen, Im Hause ist es dunkel, (Ähnlich dem „Zerbrochenen Ringlein") Die „Alte Mahlmühle" zu Burgberg wird erstmals im Jahre 1344 genannt. Obwohl die Mühle unter Denkmalschutz steht und zur Erhaltung verpflichtet, schlummerte sie jahrzehntelang im Dornröschenschlaf und war dem Verfall preisgegeben. Noch nie kümmerte sich jemand um die Bedeutung oder die Geschichte der Mühle. Und was wäre das "Burgberger Buch" ohne die Beschreibung derselben gewesen? Die Aufgabe, diese Geschichte zu erforschen, schien recht schwierig, konnte jedoch gelöst werden. Dabei entwickelte sich aus dem Interesse an der Mühle eine gewisse Sympathie - ja Liebe - zum letzten Kleinod von Burgberg. "Aber wie könnte man dieses Denkmal wieder zu neuem Leben erwecken?"
Diese Frage drängte sich immer öfter auf. Zur festen Überzeugung, dass die Mühle erhalten werden muss, kamen gleich mehrere glückliche Umstände. Ein Mühlenrestaurator aus Dillingen bot uns seine Erfahrung und Hilfe an. Durch seine Vermittlung konnten wir im August 1999 drei gut erhaltene Mahlsteine anschaffen, die aus dem Jahre 1896 stammen. Dies sollte der Startschuss für eine kleine Gruppe von Gleichgesinnten werden, die sich der „Alten Mahlmühle" annehmen wollten. So bildete sich die Interessengemeinschaft Historisches Burgberg. Es handelt sich um keinen Verein und jeder Einwohner kann seine freiwilligen Dienste anbieten. Etwa zur gleichen Zeit wies uns der Mühlenverein Franken auf ein Wasserrad hin, das im Nördlinger Bauhof lagern sollte. Nach der Kontaktaufnahme mit dem Bürgermeister in Nördlingen erfuhren wir, dass dieses einige Wochen zuvor verschrottet worden war. „Nur nicht aufgeben", lautete erst recht unsere Devise. Deshalb schalteten wir die Deutsche Mühlenvereinigung ein und suchten den ganzen süddeutschen Raum ab. Nun gab es einen Hinweis auf ein Wasserrad in Schongau/Altenstadt, doch es hieß, die Aussichten seien schlecht, da der Besitzer viel Geld verlangen würde. Bei unserem unverbindlichen Besuch und nach fachkundiger Begutachtung des Wasserrades kam der Kauf zustande. Der Preis konnte halbiert werden. Und so wechselte das vermeintlich einzige Wasserrad Deutschlands, das für die Burgberger Mühle passte, per Handschlag den Besitzer. Nun signalisierte auch die Stadt Giengen, deren Eigentum das gesamte Areal der Mühle ist, ihre Bereitschaft, das Projekt „Alte Mahlmühle" zu unterstützen. Sie übernahm ohne Zögern die Kosten des Mühlrades sowie den späteren Lufttransport. Um das riesige Rad mit sechs Meter Durchmesser auf der Straße befördern zu können, sollte es in drei Teile zerlegt werden. Doch Experten warnten vor dieser Arbeit, bei der 120 Nieten entfernt worden wären. „Nach dem Zusammenbau stimmt die ganze Symmetrie nicht mehr", so die einhellige Meinung. Der Zufall kam uns zu Hilfe. Beim Flugtag in Giengen zeigte die Bundeswehr den Lastenhubschrauber vom Typ Sikorsky CH-53. „Dieser könnte die Lösung unseres Transportproblems bedeuten", ging es den Leuten der Interessengemeinschaft durch die Köpfe. Sogleich wurde der Flugkapitän in ein längeres Gespräch über Bundeswehreinsätze und Übungsflüge verwickelt. Auf die Frage, ob es eine Chance für einen Lufttransport unseres Wasserrades gäbe, antwortete er mit einem klaren Nein, da die Bundeswehr nicht als Konkurrent für die Privatunternehmen auftreten darf. Wir konnten ihm jedoch zwei wichtige Telefonnummern und Adressen abringen. Durch gute Kontakte eines Schulkameraden zur Luftlandetruppe in Laupheim nahm dann ein einmaliger Helikoptereinsatz seinen Lauf. Auch Verteidigungsminister Scharping gab für uns grünes Licht. Als wir fast am Ziel angelangt waren, wurde uns beinahe von der IHK noch ein Bein gestellt. Doch auch diese Hürde konnte dank des Einsehens einer privaten Hubschrauberfima in München überwunden werden. Die weitere Geschichte des Wasserradtransportes nach Burgberg kommentierten Rundfunk, Fernsehen und die Zeitungen ausgiebig. Nach der gelungenen Landung in Burgberg äußerte sich der Flugkapitän: „Es ist für mich ein Rätsel, wie ihr diesen Transport zustande brachtet!" Wir dürfen auch sagen, dass in dieser Beziehung die Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und der Interessengemeinschaft hervorragend klappte. Deshalb freuten sich alle Beteiligten über diesen großen Erfolg. In den nächsten Jahren steht der Interessengemeinschaft ein großes Arbeitspensum bevor. Schaffen wir es, dass sich das
Mühlrad einmal dreht? - Abriss der alten, baufälligen
Radkammer Gleichzeitig laufen die Renovierungsarbeiten im östlichen Teil der Mühle: - Wasser- und Abwasseranschlüsse Für die anderen Räume im ersten Stock gibt es verschiedene Vorstellungen. Die privat bewohnte Westseite der Mühle ist von diesen Überlegungen nicht betroffen. Die Instandsetzung des Daches der Mühle soll 2002 in Angriff genommen werden. Durch die finanziellen Zusagen der Stadt, über die wir uns sehr freuen, sind unsere Vorhaben für dieses Jahr gesichert. Arbeitsmäßig steht die kleine Interessengemeinschaft vor großen Aufgaben. Unser Team besteht aus
freiwilligen und engagierten Leuten aus
allen Berufen. Bei der Interessengemeinschaft
werden übrigens die alte Sprache
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